Kurzbeschreibung: Wenn wir weißen Feministinnen zuhören, entsteht häufig der Eindruck, dass Gleichberechtigung nur dann erreicht wäre, wenn die weiße Frau dasselbe verdient wie der weiße Mann. Dabei wird übersehen, dass das Frausein von vielen Faktoren beeinflusst wird: Race, Class, Religion, Alter, Ability, Körpernormen, sexueller Orientierung und nicht zuletzt Nationalität. Viel zu oft neigen wir also dazu, Feminismus eindimensional und Unterdrückung singulär zu begreifen. Was fehlt ist das Verständnis, dass Schwarze Frauen und Frauen of Color unterschiedlichen Formen der Unterdrückung ausgesetzt sind, die gleichzeitig wirken und auch gleichzeitig bekämpft werden müssen. Natasha A. Kelly zeigt auf, wie Elitedenken und rassistische Vorurteile den weißen feministischen Diskurs in Deutschland bestimmen und so einen für alle offenen Feminismus verhindern. Um das zu ändern, verwebt sie die Geschichten Schwarzer Frauen, die seit über dreihundert Jahren im deutschsprachigen Raum leben, mit ihrer eigenen Biografie und reflektiert die gesellschaftlichen Normen und strukturellen Hindernisse, denen sie kontinuierlich ausgesetzt sind. „Erst im Laufe meines Lebens lernte ich, dass es auch viele Schwarze Frauen außerhalb meiner Familie gibt, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland hatten (und noch haben) und einen ähnlichen Feminismus gelebt haben wie ich. Ihre Geschichten sind zum Teil in diesem Buch zu finden. Sie geben mir heute eine feministische Identität, die jenseits des weißen Feminismus reicht. Ihre Lebenswege, die streckenweise ganz anders waren als meiner, zeugen von einer historisch andauernden Position in deutschsprachigen Gesellschaften, die selten Gegenstand von Wissenschaft, Politik, Recht oder Gesellschaft sind. Selten werden unsere spezifischen feministischen Leistungen, Forderungen und Geschichten in den Fokus feministischer Debatten gerückt. Stattdessen werden wir Schwarze Frauen häufig von der feministischen Theorie und antirassistischen Politikdiskursen ausgeschlossen, weil beide von einem eindimensionalen Erfahrungszusammenhang ausgehen, der das Zusammenwirken unterschiedlicher sozialer Kategorien unberücksichtigt lässt.“ ..
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