Kurzbeschreibung: "Wie lange hat Alfred Döblin auf diesen Tag gewartet! Und wie oft hat er sich das Ereignis in Gedanken ausgemalt? Dass die Erde sich öffnet, ein gigantischer Schlund entsteht und Adolf Hitler geradewegs zur Hölle fährt! Zwanzig Mal? Dreißig Mal? Oder noch häufiger? Döblin weiß es nicht. "Dass diese Bestie endlich daliegt, gut", schreibt er Anfang Mai Freunden, "aber was hat sie angerichtet." Rund sechzig Millionen Menschen sind gestorben, Soldaten wie Zivilisten. Neun Millionen Männer, Frauen und Kinder sind in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden, darunter sechs Millionen Juden. Weite Teile des europäischen Kontinents sind verwüstet, Deutschlands Städte gleichen Ruinenlandschaften. In Los Angeles, wohin der Schriftsteller fünf Jahre zuvor emigriert war, notiert er: "Vielleicht ist in einigen Monaten das Exil zu Ende, - und was kommt nachher? Das Leben eine Serie von Abenteuern."" (Auszug aus: "Ein Ende und ein Anfang") "Gut sieben Wochen nach ihrer Befreiung sind Margot Bendheim und Adolf Friedländer immer noch im Lager. "Für mich gab es keinen Grund, aus Theresienstadt fortzugehen", erinnert sich Margot. "Meine Freunde und vor allem Adolf waren die liebsten Menschen, die ich noch hatte. Und sie alle waren hier." Wo sollten sie auch hin? Ihre Familienangehörigen sind tot, und Berlin, wo sie zuletzt gelebt haben, ist weit weg und, wie sie gehört haben, stark zerstört. Wo könnten sie in der Ruinenlandschaft, die einmal eine pulsierende Metropole war, unterkommen? Vielleicht existieren ihre einstigen Wohnungen nicht mehr? So wie Margot und Adolf geht es Millionen. Aus ihrer Heimat verschleppt oder vertrieben, wissen sie nun, obwohl endlich wieder Frieden herrscht, nicht, was aus ihnen werden soll." (Auszug aus: "Ein Ende und ein Anfang") ..
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