Kurzbeschreibung: Michael, in Deinem Roman „Nicht von dieser Welt“ machen sich der 13-jährige Mischa und die 17-jährige Sola zu einer Abenteuerreise einmal quer durch das gerade erst wiedervereinigte Deutschland auf. Es ist der Sommer 1991, es ist heiß, im Autoradio läuft „Joyride“ von Roxette. Klingt erstmal ziemlich … … romantisch! Zum ersten Mal allein in einem Auto unterwegs zu sein, ist ja auch ein unvergesslicher, fast magischer Moment. Endlich kann man selbst bestimmen, wohin es geht, wo man anhält, welche Musik läuft. Ein Gefühl von absoluter Freiheit und von grenzenlosen Möglichkeiten! Allerdings hilft es natürlich, einen Führerschein zu haben – anders als die Beiden. Das Ziel der beiden Jugendlichen ist ein Stollen in der Nähe von Halberstadt, in dem ein unglaublicher Schatz vergraben ist. Diesen Schatz gab es wirklich, richtig? Ja, das stimmt. Mit der Währungsunion im Juli 1990 wurde in der DDR die D-Mark eingeführt, deshalb musste die Staatsregierung ihr gesamtes Bargeld sehr rasch loswerden. Verbrennen ging nicht, für diese gewaltige Menge Papier gab es damals im ganzen Land keinen passenden Ofen. Also entschied man, die etwas über 100 Milliarden Ost-Mark unter den Thekenbergen bei Halberstadt zu vergraben. Endlich mal ein Schatz, der die Mühe lohnt. Geld ist ein großes und schwieriges Thema im Leben von Mischa. Seit dem Suizid seines Vaters lebt er mit seiner Mutter in der Personalwohnung eines Krankenhaues, in dem sie als Krankenschwester arbeitet. Die finanzielle Situation der Beiden ist prekär. Wie autobiografisch ist Dein Roman? Wie Mischa bin ich in einem Krankenhaus aufgewachsen, und meine Mutter hat dort als Krankenschwester auf der Intensiv-Station gearbeitet. Und meine Familie hatte nie viel Geld. Meine biografische Wirklichkeit war bestimmt ein Anlass, diese Geschichte zu erzählen. Aber es ist ein fiktionaler Roman. Du wagst dich an viele ernste Themen: Dein Buch erzählt von Armut, vom Tod, von Trauer. Trotzdem gelingt es Dir, sie mit leichter Hand zu einer humorvollen Geschichte zusammenzusetzen. Es ist kein düsteres Buch geworden. Deine Einschätzung freut mich, ich empfinde das ebenso. Es ist keine Geschichte über schreckliche Erlebnisse – sondern über die Bewältigung schrecklicher Erlebnisse. Es ist keine Geschichte über einen Verlust – sondern über die Kunst, bei aller Trauer auch darauf zu achten, was nach einem Verlust noch bleibt. Herbert Grönemeyer nennt es ein „Aufbruchsbuch“. Das trifft es gut. Mischa bekommt Unterstützung von Sola, einer großartigen weiblichen Heldin, die in Zaïre geboren wurde. Wie leicht fiel es Dir, über eine junge, schwarze Frau zu schreiben? Klingt möglicherweise komisch, aber: es kam mir nicht so vor, als hätte ich da viel mitzureden gehabt. Sola hat sich ihren Platz in meiner Geschichte selbst genommen. Zum Glück! Ich mag sie wirklich sehr gern. Sie ist klug und lustig und ein großes Herz, und sie hat ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen. Hauptberuflich bist Du Chefredakteur des Süddeutsche Zei ..
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