Kurzbeschreibung: Was sind die größten Fehler, die Eltern in und mit der Pubertät ihrer Töchter machen können? Oder andersrum: Was sind die drei wichtigsten Ratschläge, die "pubertierende Eltern" beherzigen sollten? Meine drei Ratschläge: 1.) Was vielleicht selbstverständlich klingt: Akzeptiere deine Tochter so, wie sie gerade ist, mit bunten Aufklebenägeln, schlechten Noten, Rapmusik. Das ist zum Teil eine schwierige Übung in Gelassenheit, Geduld und Loslassen von Kontrolle. Vieles, was die Tochter vorlebt, wird einem nicht gefallen. Aber sie macht das nicht zur Provokation, sondern weil sie auf der Suche nach sich selbst ist. Ihr das Gefühl zu geben, all diese Dinge seien doof, albern oder schlicht nicht legitim, vermittelt im Subtext die Botschaft, sie sei nicht genug – sie sei nicht richtig, so wie sie ist. Das bestätigt in vielen Fällen ihr negatives Selbstbild, das, was sie ohnehin von sich hält: Viel zu oft empfinden sich gerade Mädels als nicht ausreichend, nicht genügend, als nichtig oder überflüssig. 2.) Halte die Kommunikationskanäle offen! Das ist die wichtigste Absicherung gegen Entfremdung und schlechte Entscheidungen, die Mädchen mitten in der Nacht treffen. 3.) Jetzt ist die Zeit, eigene schlechte oder schädigende Glaubenssätze über Sexualität und den weiblichen Körper zu identifizieren. (Das ist nicht leicht, oft lauern sie unter der Oberfläche, und zudem ist man noch "betriebsblind".) Sonst gibt man all das an die eigene Tochter weiter. Wie lernt man als Gynäkologin, bei Jugendlichen, speziell bei Mädchen, den "richtigen Ton" zu finden: offen, direkt, derb, lustig, je nach Situation und Thema? Ich glaube, das kann man nicht lernen. Ich galt schon damals in der Klinik, wo ich meine Ausbildung zur Fachärztin gemacht habe, wo oft eine doch eher konservative Haltung von Ärzten erwartet wird, als so was wie das Enfant terrible. Auch heute noch sieht man mich in der Kollegenschaft eher als die "Lady Gaga der Gyn". "Unsere Mädchen", schreiben Sie im Elternvorwort, "werden nicht nur darin beeinflusst, wie sie aussehen oder was sie anziehen sollen, sie werden auch frontal mit einer Welt konfrontiert, die wir damals eher scheibchenweise serviert bekommen haben". Sextipps bei TikTok, Insta etc., wie sehen Sie das: eher als Problem oder als Lösung? Das Problem war eigentlich nicht so sehr TikTok – da sehe ich viele gute Ansätze und versuche, Dinge geradezurücken –, sondern eher Portale wie Facebook, Insta, Snapchat und YouTube, wo viele sehr fiese Videos zu viel für junge Seelen zeigen. Die Kids bekommen ungefiltert so viel Mist zu sehen und können das weder verarbeiten noch einordnen. Unsere Versuche, das einzudämmen (Handykontrolle, Einbau von Internetbarrieren), scheitern spätestens dann, wenn unsere Mädels mit anderen Jugendlichen Umgang haben. Ihre Tochter spielt eine wichtige Rolle in Ihrem Buch; die Kapitel enden jeweils mit einem ziemlich coolen Dialog Fridas mit ihrer Freundin. Haben Mutter und Tochter "No-Gos" vereinbart: Privates, was ausgekla ..
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