Kurzbeschreibung: Lieber Chris, die meisten kennen dich als Fußball-Weltmeister von 2014, als Bundesligist, als TV-Kommentator, als Podcaster - aber mit einem Coming-of-Age-Roman hat wohl keiner gerechnet. Wie lange hast du das Geheimnis gehütet, dass du auch schreibst? Ich bin gar nicht gut im Geheimnisse hüten! Deshalb also nicht sehr lange. Es war schon immer mein Traum ein Buch zu schreiben, aber als ich angefangen habe, dachte ich eigentlich noch, dass ich es gar nicht veröffentlichen würde. Dann habe ich das Manuskript meinem besten Freund gezeigt und für ihn war sofort klar, dass ich es probieren muss. Und dann … hab ich es probiert. Und kann noch gar nicht glauben, dass es jetzt bald so weit ist. Dein Roman spielt während des Sommermärchens 2006, dein Erzähler Chris spielt selbst Fußball - so wie du mit 15. Aber in deiner Geschichte geht es um ganz andere Dinge: die erste Liebe, Freundschaft, die Suche nach sich selbst. Warum? Mir war es nicht „zu einfach“, das wäre falsch gesagt, aber ich wollte nicht ein weiteres Buch über irgendetwas mit Fußball schreiben, einfach weil ich ein Buch schreiben wollte, das ich selber auch kaufen würde. Und ich liebe Fußball zwar und gucke gerne Fußball. Aber ich lese nicht gern über Fußball! Außerdem finde ich Coming-of-Age-Romane toll, bei all den Dingen, die uns beim Erwachsenwerden prägen, hatte ich sofort tausend Szenen und Erinnerungen im Kopf, die ich aufschreiben wollte. Ich glaube, die meisten von uns fühlen vielleicht nie wieder so intensiv wie in der Jugend, in dieser Zeit schlagen wir uns alle mit denselben Problemen rum, die uns übergroß erscheinen. Im Nachhinein lacht man dann über Vieles, aber sind wir mal ehrlich: das sind die Jahre, und die Menschen, die uns zu denen machen, die wir unser ganzes Leben lang bleiben. Liest du solche Bücher auch selbst am liebsten? Und hast du literarische Vorbilder? Ja, absolut. Christian Hubers Roman „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ hat mich zum Beispiel total begeistert und auch, könnte man sagen, zum Schreiben gebracht, weil mich so vieles daran an meine eigenen Geschichten erinnert hat. Auch Bücher wie Benedict Wells „Vom Ende der Einsamkeit“ oder „Tschick“, diese melancholischen, aber auch spannenden Bücher, die vom Aufwachsen und Erwachsenwerden erzählen, sind genau die, die mich immer wieder kriegen. Und wie wichtig war die Kulisse der 2000er-Jahre für die Entwicklung der Charaktere und die Erzählung? Wie hast du die Atmosphäre dieser besonderen Zeit eingefangen? Für mich war diese Zeit wahnsinnig prägend. Wäre ich in den Achtzigern 15 gewesen, wäre das wahrscheinlich genauso gewesen, aber ich bin im Nachhinein zumindest froh, dass es die 2000er waren und nicht 2020 oder etwas früher, weil die Zeit meiner Jugend vielleicht die letzten Jahre waren, in denen man die Handys oder sogar Smartphones nicht immer dabei hatte. Ich habe so viel draußen gespielt, und ich erinnere mich sehr gerne an diese Freiheit zurück. Ich hatte auch das Glück, eine wirklich richti ..
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