Kurzbeschreibung: Liebe Frau Burseg, die Hamburger Hausbesetzerszene in den 80ern ist ein faszinierender Spielort. Wie sind Sie darauf gekommen, Ihren neuen Roman in diesem Setting anzusiedeln? Ich wollte eine Verbindung schaffen zwischen den Sorgen und Ängsten vieler junger Menschen heute, die den Klimawandel betreffen, und den Jugendlichen meiner Generation, die gegen Atomkraft, Aufrüstung und Umweltzerstörung gekämpft haben und auch um ihre Zukunft fürchteten. Bei der Recherche bin ich auf die Hausbesetzerszene der Achtzigerjahre gestoßen. Ich lebe in Hamburg, wo damals die besetzten Häuser in der St. Pauli Hafenstraße für Schlagzeilen gesorgt haben. Das Thema hat mich fasziniert – auch, weil es nach langem Kampf zu einem guten Ende zwischen Besetzern und Stadt gekommen ist. In Ihrem Buch lassen Sie die junge Klimaaktivistin Luzie und die ehemalige Hausbesetzerin Annika aufeinandertreffen. Welche Gemeinsamkeiten haben die Figuren, wie sehr ist ihr Kampf miteinander vergleichbar? Luzie glaubt, sie habe nichts zu verlieren, deshalb ist sie bereit, ihr Leben bei Klimaprotesten zu riskieren. Annika ist damals durch familiäre Umstände und ihre Freunde in die Hausbesetzerszene hineingerutscht. Sie hat einen Platz für sich gesucht, während Luzie die Angst um die Klimakatastrophe und die Folgen für die Menschheit antreibt. Sie werfen in Ihrem Buch die Frage auf, wie lange man vor der Vergangenheit davonlaufen kann. Wie sehr entscheiden die Abzweigungen, die Ihre Figuren genommen haben, über ihr zukünftiges Leben? Sowohl Annika als auch Luzie sind in ihrem Handeln spontan und impulsiv, ihrer beider Leben nimmt dramatische Wendungen – auch als sie sich kennenlernen. Annika trägt schwer an den Ereignissen ihrer Jugend, um Luzie vor ähnlichem zu bewahren, stellt sie sich ihrer Vergangenheit. In der Rückschau beginnt sie zu begreifen, wie sehr bestimmte Handlungen und Entscheidungen ihr Leben geprägt haben. ..
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