Kurzbeschreibung: Vorbemerkung zur dritten Auflage:Die Erstveröffentlichung dieses Buches im März 2023 hat viele Emotionen ausgelöst: Wut. Entsetzen. Fassungslosigkeit. Immer wieder wurde die Frage gestellt: Darf es sein, dass einem der größten Verbrecher dieses Jahrhunderts Gehör verschafft wird? Meine Antwort: Ja, es darf sein. Jeder Mensch hat das Recht, gehört zu werden. Und das ist auch gut so. Wer auf der Suche nach den Ursachen von Kriminalität ist, wer menschlichen Abgründen auf die Spur kommen will, wer einen offenen, neugierigen Geist besitzt, der liegt mit diesem Buch richtig. Dank der großen Nachfrage wurde es inzwischen in die englische Sprache übersetzt.Auf juristischer Ebene ist seitdem viel geschehen: Ich habe durchsetzen können, dass Josef F. im Mai 2024 aus dem Maßnahmenvollzug entlassen wurde. Seitdem befindet er sich im Normalvollzug.Mein nächstes Ziel ist es, für meinen Klienten die endgültige Entlassung aus dem Strafvollzug zu erreichen. Dieses Buch entspricht auch meinem Anliegen als Strafverteidigerin, den Strafgefangenen Josef F. aus einer anderen Perspektive zu betrachten: Die Verbrechen, die er begangen hat, muten ohne Kenntnis seiner Geschichte vollkommen unbegreiflich an. Wer dieses Buch gelesen hat, wird hingegen zum Schluss kommen: Es gibt Ursachen, warum es so gekommen ist. Sie reichen bis in die frühe Kindheit von Josef F. zurück, haben auch mit seiner Familiengeschichte zu tun. Und Josef F. zeigt tiefe Reue für seine Taten…Diese nunmehr dritte Auflage ist ergänzt durch die Schilderung der Ereignisse seit der Erstveröffentlichung dieses Buches bis zur Entlassung von Josef F. aus dem Maßnahmenvollzug. Astrid Wagner im Juni 2024Beschreibung:Er war ein angesehener Familienvater, unter dessen biederer Oberfläche ungeahnte Abgründe schlummerten. Er wurde wegen der schwersten Verbrechen, die unser Strafgesetz kennt, zu lebenslanger Haft verurteilt. Nun hat er seine Biografie geschrieben, die er der Wiener Anwältin Astrid Wagner anvertraut hat. Sie hat viele Gespräche mit ihm geführt, die tief in seine Seele blicken lassen. Wir erfahren, was ihn getrieben hat. Seine Ängste, Beweggründe, Träume und Fantasien. Wie er jetzt lebt. Seine Einstellung zum Leben, zur Sexualität, und zum Tod. „Er ist kein Monster. Er ist ein Mensch wie wir alle“, meint Astrid Wagner. Die Philosophin Hannah Arendt sprach einst von der „Banalität des Bösen“. In der Tat ist es gerade die diesem Fall anhaftende, scheinbare Normalität, die uns erschauern lässt. ..
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