Kurzbeschreibung: Während Novio ein paar Runden trabte, um nach der konzentrierten Übung Muskeln und Gelenke zu lockern, ging Irmas Blick zu Stephan Gowalka, der mit seinem Hengst die Courbette übte. Stephan war so vertieft in das Training, dass er keinen Blick für sie hatte. Er sah fantastisch aus in der Uniform: Er trug einen kaffeebraunen, taillierten Frack mit Messingknöpfen, und die maßgeschneiderte Reithose aus weißem Hirschleder steckte in eleganten schwarzen Stulpenstiefeln. Der Zweispitz auf seinem Kopf war mit einer breiten Goldborte geschmückt, was ihn als Bereiter auswies. Irma genoss es, wenn er sie mit seinen Bergsee-Augen ansah. Manchmal versank sie darin, aber diese Momente waren selten und kostbar. Sie hatten nicht viele Gelegenheiten, allein miteinander zu sein und sich zuzuflüstern, wie sehr sie sich liebten und begehrten. Und diese romantischen Stunden waren niemals unbeschwert. Immer war Irma bewusst, dass in Hütteldorf eine Frau auf Stephan wartete, seine Ehefrau, die seit einem Unfall vor elf Jahren von der Brust abwärts gelähmt war und kaum noch Lebensfreude empfand. Abgesehen davon, dass sie einen Ehemann hatte, der sie nicht im Stich lassen würde. Irma spürte seine Gewissensbisse wie ihre eigenen, wenn sie ihrer Sehnsucht nachgaben. Bald mussten sie eine Entscheidung treffen. ..
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