Kurzbeschreibung: Herr Westerbeke, Sie sind Bibliothekar, was hat Sie dazu inspiriert „Die unendliche Reise der Aubry Tourvel“ zu schreiben? Als Bibliothekar der Cleveland Public Library bin ich auch Mitglied der Jury des Dublin Literary Awards. Hier nominieren Bibliothekarinnen und Bibliothekare weltweit ihre Lieblingsromane. Jährlich lese ich dreißig bis siebzig Romane, zusätzlich zu allem anderen, was ich lese. Die Vielzahl an gelesenen Büchern entmystifizierte den Prozess für mich, das geht Ihnen in Ihrem Beruf sicherlich ähnlich. Was sollen die Leserinnen und Leser aus Ihrem Buch mitnehmen? Mein Buch ist Abenteuergeschichte, Reisebericht, spirituelle und philosophische Reise zugleich. Die Charakterstudie einer Frau, die im Exil lebt und keinen festen Ort oder familiären Halt hat. Die Frage ist, wie findet man Sinn in einem Leben, das sich wie eine ewige Bestrafung anfühlt? Ich möchte diese Frage so gut wie möglich beantworten und hoffe, dass meine Antwort für jeden hilfreich ist, der eigene Schwierigkeiten durchlebt hat. Ihr Roman entführt uns auf Weltreise, Sie malen lebendige Landschaften und Kulturen. Waren persönliche Reisen die Inspiration für diese Schauplätze? Viele Reiseziele im Buch sind sowohl besuchte als auch erträumte Orte wie der Himalaya oder der Amazonas. Die Recherche für diesen Teil war besonders spannend, speziell für historische Abschnitte wie das koloniale Indien. Meine Arbeit in der Bibliothek machte diesen Teil einfach. Während ich den Mittelteil schrieb, der in den Palästen des kolonialen Indien spielt, fand ich zufällig ein Buch mit Fotografien eines Hofphotographen aus dieser Zeit auf meinem Schreibtisch – genau, was ich brauchte! Vor hundert Jahren war unsere Welt eine ganz andere. Warum haben Sie sich entschieden, das Buch im Jahr 1885 beginnen zu lassen? Wenn ich der Geschichte ein zeitgenössisches Setting gegeben hätte, glaube ich, dass Aubry das ganze Buch damit verbracht hätte, in Flughäfen herumzusitzen, was nicht die aufregendste Geschichte gewesen wäre. In den 1880er Jahren war es vollkommen natürlich, mit dem Boot, dem Zug oder einem Pferd zu reisen. Heutzutage ist auf unserer Welt fast nichts mehr isoliert. Sogar Yak-Hirten mitten in Tibet haben Handys und GPS. Außerdem ist Somerset Maugham einer meiner Lieblingsautoren. Er schrieb viele Reisegeschichten und hat mich definitiv zu diesem Buch inspiriert. ..
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