Kurzbeschreibung: Guten Tag. Mein Name ist Helmut Katuschek und meine Frau Margot sagt, ich sollte etwas über die „ganz reizende Residenz“, in der wir seit kurzem leben, berichten. Angeblich passiert dort so viel Aufregendes. Ich vermute, sie meint das Altenghetto, das neuerdings unsere Meldeadresse ist. Ich weiß nicht, was es darüber zu reden gibt. Seniorenheime sind nur etwas für alte Leute. Für mich jedenfalls hat unsere Verwahranstalt so viel Charme wie eine JVA, nur dass wir keine Wäscheklammern zusammenstecken müssen. Bei dem, was der Laden kostet, ist das jedoch nur eine Frage der Zeit. Eines ist schon mal klar, wenn es so weit kommt, nehme ich mir eine eigene Bude. Ohne Margot. Die bekomme ich seit dem wir in dieser seltsamen WG hocken ohnehin kaum noch zu Gesicht. Margot hat eine Fußpflegesucht. Da bin ich abgeschrieben. Meine Pension nicht. Ihr Spaß muss ja bezahlt werden. Margot sagt, seit dem wir im Heim sind, wäre ich nur noch schlecht gelaunt. Woran das wohl liegt? Und dann stirbt auch noch Selma. Nun ist der Tod in einem Seniorenheim so allgegenwärtig wie der Streichkäse auf Margots Frühstücksbroten (auf allen anderen Broten übrigens auch), aber bei einer jungen Küchenhilfe? Die arme Selma wurde eiskalt ermordet. Ich muss es wissen. Ich war über vierzig Jahre bei der Kriminalpolizei. Jetzt bin ich alt. Und außer Dienst. Zumindest haben die sich das alle so gedacht. Aber alt ist nicht blöd. Helmut Katuschek hat es noch drauf. Egal was Margot sagt. ..
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