Kurzbeschreibung: Es war kurz vor Mitternacht und Flohall leuchtete, als seien Sterne vom Himmel gefallen. Lichter flackerten in den Straßen und Musik schwebte durch die Nacht. Hier und da huschten Gestalten durch die Dunkelheit – ein paar Nachzügler auf dem Weg zu einer Feier, eine Katze auf der Suche nach Beute oder kleine Schatten aus Tinte und Magie. Tief in den Vierteln der Stadt, in der Bleigasse, stand in der Bibliothek der Druckerei Silbersilbe ein Mädchen am Fenster und sah hinaus in die klare Sommernacht. Auf ihrer Hand saß etwas, das wie ein dicker schwarzgrauer Tropfen aussah. Sah man genau hin, konnte man erkennen, dass es ein kleiner Vogel aus Tinte war. Nur drei dunkle Schatten deuteten den Schnabel und die Augen an. Der Tintenvogel sah das Mädchen kurz an, öffnete dann seine rauchigen Flügel und erhob sich in die Luft, hauchdünne Tintenschlieren hinter sich herziehend. Sepia betrachtete ihre Fingerspitzen. Heute schimmerten ihre Nägel schwarzgrün und die Tinte zog sich hinauf bis zu ihren Fingerknöcheln. Seit sie erfahren hatte, dass Tintenmagie durch ihre Adern floss, wurden ihre Kräfte mit jedem Tag stärker. Noch vor einem Jahr hätte sie ihre Hände am liebsten versteckt, aber das war vorbei. Sepia liebte es jetzt, wie die Tinte je nach Stimmung ihre Farbe änderte. Nur hatte sie noch immer nicht ganz verstanden, wie diese Magie tatsächlich funktionierte. Sepia wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ein helles Klimpern erklang und einen Augenblick später glitt die kleine Bleiletter, das S, über ihr Handgelenk und begann dann, um ihre Finger zu tänzeln. ..
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